Snowboard kaufen leicht gemacht, Teil 3, Taillierung, Boardgröße und Stance

  • Boardmag
  • 18.12.2022

Taillierung

Das Beste ist, man nimmt das Board, stellt es vor sich und schaut von oben nach unten auf das Board. Hier zeigen sich 2 Anhaltspunkte für die weitere Auswahl:

- einmal für die Könner-Stufe, die das Board voraussetzt. So sind die Radien, die Biegelinien an den Seiten, gut sichtbar. Je enger der Radius, desto aggressiver im Normalfall das Board und desto besser sollte der Fahrer/ die Fahrerin boarden können

- hier sieht man, wo die Haupttaillierung ist: mittig oder nach hinten versetzt. Je weiter die Taillierung gen Mitte tendiert, desto freestyle-orientierter ist das Board. Ist die Taillierung klar im hinteren Bereich des Boards, dann handelt es sich immer um ein Freeride-Board.

Welche Snowboard Größe brauche ich?

Hier sind vier Faktoren zu berücksichtigen, die Du zueinander in Relation setzen mußt.

- wie groß sind die Füße? Boot-Größe?

- was willst Du mit dem Board machen? Freeride oder Freestyle

- wie schwer bist Du? Gewicht?

- wie groß bis Du? Körpergröße?


 

Boot-Größe:

Die Schuhgröße ist entscheidend für die Snowboard-Breite. Die Grenze zum Wide Board liegt hier ungefähr bei Größe 44 (Außengröße des Snowboots). Ab da solltest Du in jedem Fall ein Wide Board mit einer Snowboard-Breite von mindestens 26 cm in der Taille nehmen.

Wichtig: immer testen, daß der Boot bei der Bindungsmontage nicht mehr als 2/3 cm über das Board ragt, sonst bleibt man im Schnee hängen!

Einsatzbereich:

Directional oder Twin-Tip. Fährst Du überwiegend Piste, sollte ein eher kürzeres Board gewählt werden, willst Du damit Freeriden, dann eher länger. Zum Parkfahren kommen eher weiche und kürzere Boards zum Einsatz.

Gewicht und Größe:

Hier muß die Snowboard-Länge ins Verhältnis zum Körpergewicht und der Körpergröße gesetzt werden, wobei hier das Gewicht und die Boardhärte die entscheidenden Faktoren sind. Hier muß immer berücksichtigt werden: wieviel Gewicht drückt auf wieviel Board, kurzum, wieviel Gewicht verteilt sich auf wieviel Fläche.

Beispiel: ein 100kg Mann mit 160cm Körpergröße braucht ein anderes Board wie ein 50 kg Mann mit 190 cm Körpergröße.

Hier gilt:

- je härter (Flex) das Board, desto schwerer kann der Rider sein.

- je breiter das Board, desto größer und schwerer kann der Rider sein, genauso, desto größer können die Boots sein.

- je leichter der Fahrer, desto kürzer kann das Board sein

Passen Körpergewicht und Größe so wie im Beispiel überhaupt nicht zusammen, solltest Du den gesunden Menschenverstand einsetzen und z.B. unserem 100 kg Mann eher ein zur Körpergröße passendes, hartes Board in 154 bis 158 cm geben als ein Board mit normalem, mittlerem Flex in 165cm. Mit letzterem käme er im Zweifel nicht klar.

Boardlänge:

grobe Anhaltspunkte sind grob die Nasenhöhe:

  • Snowboard-Länge 135 bis 150 cm bei einem Gewicht von 40 bis 60 kg

  • Snowboard-Länge 145 bis 165 cm bei einem Gewicht von 60 bis 85 kg

  • Snowboard-Länge größer als 160 cm ab einem Gewicht von über 80 kg

Grundsätzlich gilt:

Je härter das Board, desto kürzer kann es im Verhältnis zum Körpergewicht gefahren werden. Und je kürzer das Board, desto flexibler und drehfreudiger ist es normalerweise. Wenn das Snowboard nicht so lang ist, lässt es sich jedoch auch im Tiefschnee schlechter fahren und umgekehrt. Je länger ein Snowboard ist, desto besser ist die Tiefschneetauglichkeit und desto schneller ist es, aber umso schwieriger ist es auch, es zu beherrschen.


 

Vor der Montage sollte in jedem Fall geklärt werden, welcher Stance (Fußabstand) montiert werden soll und welcher Fuß vorne ist (also Richtung Nose). Dabei gilt:

Goofy: rechter Fuß vorne

Regular: linker Fuß vorne


 

Wie erkennt man, ob man goofy oder regular ist?

Man stellt sich gerade mit geschlossenen Beinen hin und bittet jemanden, einen unvermittelt zu schubsen. Optimalerweise erfolgt das ohne Ankündigung und spontan. Der Fuß, mit dem man sich abfängt, ist in der Regel der Fuß, der vorne ist.


 

Und dann noch der Stance – die Fuss-Stellung, die Du optimalerweise wählst

Hier unterscheidet man in erster Linie zwischen 3 Fußstellungen: Forward Stance, Standard Stance und Duckstance.


 

Der Forward Stance wird heute fast nicht mehr montiert. Hauptmontageformen sind Duckstance (eher bei freestyleorientierten Boards) und Standard Stance (bei directionalen Boards oder Ridern, die stabil und sportlich unterwegs sein wollen.

 

Forward Stance

Der Forward Stance setzt voraus, daß klar ist, welcher Fuß vorne ist. Er wird auch heute noch gerne bei der fast verschwundenen Board-Gruppe der Raceboards verwendet. Vorteil ist, dass man aufgrund der Fusstellung und damit verbundenen Gewichtsverlagerung weniger gegenrotieren kann und schneller ins Carven (geschnittene Schwünge) kommt. Für alle, die eher gechillt unterwegs sein wollen, ist das nicht die richtige Montageform.

 

Duck Stance

Der Duck-Stance ist heute die beliebteste Montageform, optimalerweise auf Twin-Tips. Bei einer Fußstellung wie bei einer Ente (engl. Duck) kann man viel ausprobieren.

- Anfänger z.B. welcher Fuß am Besten vorne sein sollte, bzw., in welche Richtung man sicherer unterwegs ist.

- Parkfahrer haben hier nahezu keine Umstellung bei der Gewichtsverlagerung, wenn sie Rotationssprünge machen oder z.B. nach einer Rail-Session switch (rückwärts) weiterfahren. Hier ist die Fußstellung meist vorwärts wie rückwärts gleich.

- für gechillte Fahrer/innen, da hier viele Möglichkeiten zum „Spielen“ sind und man viel ausprobieren kann.

Einziger Nachteil: wenn man überwiegend schneller unterwegs sein will, überdreht man das hintere Knie und überlastet es, was in der Extremform zu Knieproblemen führen kann. Aus diesen Gründen sollte diese Fußstellung auch nicht bei kleinen Kindern (bis ca. 8 Jahre) montiert werden wenn sie oft fahren gehen – hier sind die Knochen noch zu weich und können Schaden nehmen.

 

Standard Stance

Eine Fußstellung, die überwiegend bei Directionals montiert wird. Die Vorteile liegen auf der Hand:

- Stabilere Lauflage und bessere Kontrolle über das Snowboard

- keine Überdrehung der Kniegelenke

- einfacheres Powdern (Tiefsschneefahren)

- sicherer auf Eis

- einfacheres Carven (geschnitten Fahren)

Einziger Nachteil:

Das Switch-Fahren (Rückwärtsfahren) wird aufgrund der einseitigen Gewichtsverlagerung schwieriger.

Von daher: Für jeden geeignet, der keine Freestyleambitionen hat und sicher und sportlich auf seinem Directional unterwegs sein will.


 

Das wars...jetzt sollte der richtigen Snowboard-Auswahl nichts mehr im Wege stehen – und die findest Du natürlich bei uns im Boardshop. Sollten noch Fragen bestehen, kannst Du uns auch gerne per Mail unter info[Klammeraffe]boardshop[Punkt]de oder telefonisch unter 0761-2927878 kontaktieren.


 

Hier gehts zu

Snowboard kaufen leicht gemacht – Teil 1, Shapes: Twintip , Asym oder Directional

Snowboard kaufen leicht gemacht – Teil 2, Camber, Rocker oder Hybrid

 

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