Profile: Luke Wolfer

  • Boardmag
  • 09.02.2005

All Pics taken by Joe Beckert


Backside 540...
Hau den Lukas - How da Luke is !
Vor 2 Jahren war es, dass ich von Geldnöten getrieben, als Snowboardlehrer im "Schneebrett" auf dem Feldberg anfing. Luki, wie er damals von den meisten genannt wurde, war ebenfalls Lehrer dort und ich absolvierte erst mal einen Kurs bei ihm, bevor ich das erste mal eigene Schüler an die Hand bekam. So lernte ich ihn kennen.
Schnell merkte ich, dass er einer der wenigen Lehrer war, der außer Kurven fahren auch im Freistiel einiges drauf hatte. Bald hatten wir regelmäßig Sessions im Funpark oder drückten uns rund um den Shop rum, um bei Sportzigaretten ordentlich zu chillen.

Luke ist eine sehr ruhige, immer gelassene Persönlichkeit mit einem Faible für Homöopathie und Hiphop. Laute Töne hört man von diesem Vegetarier nie. Doch diese Relaxedheit täuscht. Auf dem Board fiel er schon immer durch seine Aggressivität auf. Trotz dieser Aggressivität ist sein Style sehr gediegen. Luke ist geradeaus, keiner der die ganze zeit rumkaspert. Jemand von dem jeder immer eine ernstgemeinte Antwort erwarten kann. Mit der gleichen Souveränität geht's dann auch ans Eingemachte. Mit viel Pop und wenig Respekt knallt er sich auf Rails wie kein anderer. Transfers scheinen es ihm besonders angetan zu haben, damit verzückte er nicht zuletzt auch die Crowd und Juoren beim ChillAndDestroy, die ihn verdient auch dank seiner Kreativität und Consistence mit seinem ersten Contest-Sieg belohnten.
In diesem Sinne... die Zeichen stehen auf Sturm!
Luke, führe uns aus dem Dunkel.
Möge die Macht mit Dir sein...
Jan Makiolczyk




Als ich Luke zum erstenmal auf dem Feldi sah, dachte ich ojeh!!! Hoffentlich bleiben die Rails am Leben! Es gab keinen, der mit so einer Explosivität und Dynamik die Rails auseinander nahm, wie dieser ärmellose Luke. Dass er nicht nur stylisch die Rails auseinander nehmen kann, das hat er spätestens mit seinem Mixpart zusammen mit Nico bewiesen. Meiner Meinung nach, zusammen mit seinem Freund Nico, der aufstrebendste Newcomer aus unserer Region. Wenn er Vollgas gibt,
dann richtig! Auch beim Partymachen....
Sönke Wegner



So hot right now!
Ich bin stolz, dass ich ihn für das Boardshop Freiburg Team gewinnen konnte. Ein Motivator ist er bei jeder Session. Seine innere und äußerliche Kraft zieht er aus den Lehren des KungFu. Seine Technik ist es nicht gewinnen zu wollen und dadurch letzten Endes doch zu gewinnen: siehe den Chill And Destroy-Tourstop auf dem Feldberg im Januar 2005. Wenn er nicht den Schnee zerpflügt, rockt er die Mini-Ramp in seinem Keller. Introducing: Luke Wolfer!
Joe Beckert



Switch Frontside Boardslide, Schönbüel-Lungern

Hi Luke,
Die Boardmag-User kennen dich mittlerweile von Photos und manch einer hat dich auch schon „live“ beim Riden beobachten können. Was gibt es noch wichtiges über dich zu erfahren?

Ich heiße Luke Wolfer, bin jetzt 23 Jahre alt und stamme aus dem schönen Schwarzwald. Momentan wohne ich in Emmendingen bei Freiburg i. Br. Hier mache ich auch meine Ausbildung zum Physiotherapeut.

Wo kommst du genau her?

Aus Bernau, direkt hinter dem Feldberg. Dort habe ich auch angefangen zu Snowboarden. Das ist nun schon 10 Jahre her. Damals was das alles noch sehr klein und familiär. Wir sind jeden Tag nach der Schule fahren gegangen. Angefangen habe ich mit Skifahren, aber da hatte ich irgend wann keinen Bock mehr drauf. Zu Weihnachten habe ich mir dann ein Brett gewünscht und auch gleich ein schönes Burton bekommen. Von da an war ich infiziert. Lacht Wir haben uns kleine Bumps gebaut und sind rumgehüpft.


Backside 180, stylish No Grab, Chill And Destroy Tour 2005

Mit wem hast du denn damals angefangen?

Ja, der Bartl war ein Kollege der frühsten Stunde, auch Tommy und Tony – natürlich noch eine ganze Menge anderer Leute, die teilweise jetzt gar nicht mehr Snowboard fahren. Beeinflusst haben mich zu dieser Zeit auch einige Skateboarder aus St. Blasien.

Mit wem teilst du heute deine Leidenschaft?

Momentan bin ich viel mit den Leuten vom Boardshop-Team unterwegs. Vor drei Jahren habe ich Nico Dietermann kennengelernt. Er ist mein wichtigster Shredd-Buddy und beeinflusst mich stark. Mit der J-Town-Crew bin ich auch lange Zeit auf der Hütte abgehangen (eine große Berghütte in einem Skigebiet bei Laterns am Arlberg. Die Snowboarder aus Jestetten verbringen dort viel Zeit. Sie haben sich eine Menge Rails geschweißt, die sie nach belieben shredden.). Das hat mich auch sehr gepusht. Ich mag es mit vielen unterschiedlichen Leuten zu fahren und möglich viele Styles kennen zu lernen. Jeder fährt anders. Es gibt natürlich schon ein paar Leute mit denen es am meisten Spaß macht und darum geht es mir auch hauptsächlich.

Mit wem würdest du denn gerne mal fahren gehen?

Mir fällt da jetzt keine konkrete Person ein. Es würde mich schon inspirieren mit richtig krassen Leuten unterwegs zu sein. Aber es gibt so viele gute Fahrer, von denen ich etwas lernen könnte.

Für mich müssen jedoch nicht immer saugute Fahrer sein. Ich hatte auch schon die besten Tage mit Leuten, die wesentlich schlechter fahren als ich. Man muss also nicht gut fahren um zusammen Spaß zu haben.


Handplant in Schönbüel-Lungern

Gut, ich werde dir nun ein paar Wörter vorlegen und sagst spontan, was dir dazu einfällt:
Kicker?
Geil!
Rails?
Auch geil!
Poser?
Kein Kommentar.
Klo?
Scheißen.
Frauen?
Schwierig.
Drogen?
Überflüssig.
Ruhm?
Auch überflüssig.
Langeweile?
Gibt´s nicht.
Freunde.
Das Wichtigste


Du warst mit Nico und Anderen letztes Jahr für längere Zeit in Kanada. Erzähle mal wie es dazu gekommen ist.

Ich wollte schon immer mal nach Kanada gehen. Es hat mich schon immer interessiert und über die üblichen Snowboard-Medien habe ich auch recht viel mitbekommen. Schon alleine die wahnsinnigen Schneemengen haben mich dorthin gezogen. Der Bartl wollte von Anfang an mit und später sind dann auch noch Nico und Mattis dazu gestoßen. Nachdem wir das Finanzielle geregelt hatten, haben wir uns die Flugtickets bestellt. Wir hatte alle vier Zeit: keine Schule und keine Ausbildung mehr. Also habe wir Pläne gemacht und uns vorgenommen durch das ganze Land zu ziehen. In Vancouver haben wir uns dann ein Auto klar gemacht. Allerdings hatte wir erst einmal Pech und haben uns einen Schrotthaufen gekauft, der uns dann unter den Händen zerbröselt ist. Glücklicherweise konnte wir das Auto wieder zurückgeben und von dem Geld ein anständiges Mobil kaufen. Dann sind wir erst einmal in die Berge nach Whistler gefahren. Allerdings ist das ein ziemlicher Affenzirkus dort. Wenn du die Attitüde dieser Leute nicht magst, solltest du dort nicht viel Zeit verbringen. Es ist zwar ein geiles Gebiet mit einem Hammer-Park, aber wir war ja nicht zum Parkfahren hier. Wir wollten uns nicht gleich anfangs verletzten und waren ja sowieso vornehmlich wegen dem vielen Schnee gekommen.

Also sind wir zu den Rockys aufgebrochen. Dort haben wir dann auch unsere Destination gefunden: das Tourengehen. Wir sind mit Schneeschuhen auf den Berg, haben uns Kicker geschaufelt, sind Cliffs gedroppt oder einfach nur Lines gefahren. Das war das Beste am ganzen Trip: der viele Schnee dort, die Berge und die Natur.


Wallride Rock'n'Roll Slide, Chill And Destroy 2005

Was hast du sonst noch aus Kanada mitgebracht?

Ich habe neue Tricks gelernt, mein Englisch verbessert und meine Hemmungen Fremden gegenüber abgebaut. Es hat mir sehr imponiert wie gastfreundlich uns die Leute aufgenommen haben. Sie luden uns ein bei ihnen zu wohnen, obwohl sie echt kleine Buden hatten. Das habe ich mir auch für hier vorgenommen: Fremden, die unterwegs sind, immer ein Dach über dem Kopf zu geben, wenn ich das kann.

Was sind deine Pläne und Projekte für die nächste Zeit?

Wir wollen auf jeden Fall gute Sessions haben. An guten City-Rails und Kickerspots mangelt es nicht. Im Schwarzwald möchten wir so richtig Gas geben. Gerne auch im Feldberger Funpark, falls dieser einmal richtig geshaped wird. Wir regen an, neue Obstacles zu bauen. Schöne Photos und gutes Videomaterial wollen wir auch bei unseren Trips in die Alpen sammeln und natürlich so viel Spaß wie möglich dabei haben.

Meine Ausbildung muss auch noch nebenher laufen. Das ist sehr wichtig. Leider muss ich manchmal um meine Zeit fürs Boarden kämpfen.


Boardslide in Quebec. Erst das Rail ganz durch, dann das Schlüsselbein...

Was gibt es noch zu sagen?

Ich grüße alle, die mich kennen und mögen oder auch nicht, alle die mich unterstützen und unterstützen werden. Nehmt alles nicht so ernst und habt Spaß dabei, das ist die Hauptsache.

Vielen Dank Luke, für diese offenen Worte.

Das Interview führte Joe Beckert
 

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