Skateboarding und Vereine

  • Boardmag
  • 06.11.2008

Skateboarding und Vereine?


In Deutschland gibt es knapp 535.000 Vereine, demnach ist also fast jeder 150. Deutsche in einem, oder mehreren Vereinen angemeldet. Diese Personen werden sich Vorteile von ihrer Mitgliedschaft verhoffen, sonst macht das nicht viel Sinn. Warum sollte man aber einen Skateboardverein gründen? Chaotisches, unorganisiertes Skateboarding (wie es nun einmal oft und gerne ist) und geregeltes geplantes Vereinsleben- passt das überhaupt zusammen? Das erfahren wir in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Rollkultur Hattingen e.V.-Andi Wolff!

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Vorstandsvorsitzender Andi Wolf
 


Vor ungefähr fünf Monaten wurde aus einer Schnapsidee, einen Skateboardverein zu gründen, etwas festeres, ein gröberes Gerüst auf das man bauen konnte. Andi Wolff brachte den Stein ins rollen und fand schnell positives Feedback bei den anderen Hattinger Locals.

Am Contest ein paar Wochen später gab es dann schließlich kein zurück mehr. Die Presse kam, fragte wie weit wir mit unserem Verein sind und die Stadt sowie Mitorganisator Plan-B Funsport aus Bochum überließen die Einahmen dem Verein als Startkapital. Mit einem Verein lässt sich nämlich nicht nur Geld machen, indem Spenden sammelt werden (Steuerlich absetztbar! ), Unterstützung vom Staat kassiert, monatliche Mitgliedsbeiträge einnimmt und den Erlös aus veranstalteten Events behält - es muss auch ein wenig investiert werden.

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Andi Wolff - one foot wallride
 


Um einen gemeinnützigen Verein zu gründen (das muss er, um steuerlich absetzbare Spenden und Fördermittel zu kassieren) muss man sich die Satzung und ähnlichen Papierkram vom Anwalt oder Notar beglaubigen lassen. Das kann zwischen 15 und 100 Euro kosten, in unserem Fall war es mit 15€ getan, danke noch mal an die nette Kanzlei.

Warum aber überhaupt einen Skateboardverein gründen? Weder Trainer, Vereinshaus noch feste Trainingszeiten zum gemeinsamen üben werden gebraucht für unseren geliebten Sport.

Aaaaaaber: man hat eine bessere Lobby, ist also besser Organisiert. Bei einer Parkerweiterung oder den Bau eines neuen Parks wird sich die Stadt ziemlich wahrscheinlich an den Verein wenden und nicht an irgendwelche kleinen Kiddies, die wahrscheinlich auch noch Roller-Scooter fahren. Die Stadt nimmt einen ernster, wenn sie hört: „Der Skateboardverein möchte“ anstatt „Ein paar Skater wollen“. Die Chancen um Projekte welcher Art auch immer zu realisieren ist auf jeden Fall höher.

Die Ziele des Rollkultur Hattingens sind z.B. im Winter eine Halle mieten, Grillsession und Partys zu veranstalten, Geld (Spenden, Fördergelder u.ä.) einzunehmen um davon unter anderem neue Obstacles zu bauen, eigenen Contest auf die Beine zu stellen aber zum Großteil um in den Augen der Stadt einfach ernster genommen zu werden.

Die Eltern sehen dass es einen lokalen Verein gibt, deswegen lassen sie ihre Kinder eher aufs Rollbrett los- „Es soll doch schließlich auch für den Nachwuchs gesorgt sein“.

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Als Schriftführer sollte man nicht nur gut schreiben können, schöne crooked grinds sind auch von Vorteil- Jan Heim
 


Da alles nicht ganz so einfach wie gedacht war, was die Gründung des Vereins angeht hier mal ein paar Tipps vom Andi:

-        Die Mustersatzung aus dem Internet ORDENTLICH prüfen und möglichst wenig eigene Formulierungen einbauen. Die Fehler kosteten nämlich die meiste Rennerei zu den Ämtern.

-         Klar sollte sein, dass Arbeitsteilung immer von Vorteil ist, also genügend Leute mit an Bo(a)rd holen.

-          Dem Finanzamt im Arsch treten, damit es schneller vorwärts geht. Die lassen sich gerne mal ein bisschen Zeit und melden sich einfach nicht. Deswegen immer schön nerven.

-          Ordentlich kleiden wenn man sich um die Vereinssachen kümmert, egal ob Gespräch mit der Bürgermeisterin oder Eröffnung eines Vereinskontos. Polohemd  aus dem Schrank holen ,Kragen aber bitte unten lassen und die abgefahrene Skateschuhe sollten zu Hause bleiben.

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Damit soetwas in Zukunft öfters passiert, dann auch legal. Andi mit einem fs nosegrind...


Glücklicherweise hat Andi sich eine berufliche Auszeit gegönnt, weswegen die Gründung eine gute/sinnvolle Nebenbeschäftigung für die genügend Zeit vorhanden war. Es gingen zwar etliche Stunden Rumgelauferei zu den verschiedenen Behörden drauf, ausfüllen von Anträgen, erstellen der verschiedenen Formulare sowie der Recherche was alles zu Gründung eines Vereins benötig wird. Trotzdem lag aber alles im Erträglichen sagt Andi. Von daher ist ein Skateboardverein eine gute Sache für die es sich lohnt etwas Zeit und Nerven zu opfern.

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Andi Wolff-sw kickflip
 


Vom skaten her wird sich nicht viel ändern, das Gemeinschaftsgefühl wird nur eventuell noch größer. Hoffentlich werden mehr gemeinsame Party veranstaltet und es interessieren sich mehr für’s skaten, besonders die passiven Mitglieder. Passive Mitglieder, hö? Was das? Damit man mehr Mitgliedsbeiträge hat und auch Leute ins Vereinsleben einbezogen werden, die nicht selbst skaten gibt es beim Rollkultur Hattingen auch die Möglichkeit Passives Mitglied zu werden. Dann bezahlt man anstatt 5,- € für eine normaler Mitgliedschaft nur noch 2,50 € pro Monat. Das ist hauptsächlich ein Ding was bei Omi und Freundin ziehen wird, erhofft sich der Vorstand.

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Andi Wolff-bs tailslide kickflip off- mit dem Trainer des ersten Rollkultur Hattingen e.V.'s klappt es doch direkt besser-Nils Bobe
 


Bedanken will sich der Verein beim Plan-B Skateshop wie auch der Stadt für die finanzielle Starthilfe, der Kanzlei Denis und Daum welche einen super Preis gemacht hat und sich sehr viel Zeit für die Beratung genommen hat, der Sparkasse und natürlich allen anderen Helfern und Mitgliedern.

„Wenn Bürokratie nervt, dann gründet einen Verein und vernichtet die Bürokraten mit ihren eigenen Waffen.“ Andi Wolff


Andi Wolff - Vorstandsvorsitzender
Lars Vonnemann - Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Niclas Schwarze - Kassenwart
Jan Heim - Schriftführer

https://rollkultur.blogspot.com/

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Andi mit einem layback fs boardslide, welcher zur allgemeinen Nachwuchsförderung von nöten gewesen ist.

 

 

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