Flatland Special: DER HUNDERTER versus S-K-A-T-E

  • Boardmag
  • 13.12.2005

Video und Bericht von Sebastian Hartung

boardmag's 222 Tricks (6:01min, 15.8mb, mov/quicktime)
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Dieser Herbst hat uns wettertechnisch richtig verwöhnt. Vor allem Oktober und November waren sehr mild, zwei Monate die sonst eher mit viel Regen auftrumpfen und einen schön auf die kommende Winterdepression einstimmen. Nun, irgendwann ist in unseren Breiten einfach Schluss mit lauem Wetter und der Winter tritt einem mit mächtig Anlauf in den Arsch. Was Snowboarder in Ekstase versetzt, stößt bei den meisten Betonjunkies auf Unbehagen. Da ist nix mehr mit im T- shirt skaten. Temperaturen um die 0°C fordern Opfer: Die Sessions werden kleiner, es ist früh dunkel und alleine das Warmfahren dauert ewig. Die meisten Streetspots sind im Winter dank massigen Niederschlages ohnehin nur bedingt fahrbar... Doch es gibt da ja noch diese überdachten, kleine Orte mit nichts außer Flat.


Ein nicht wegzudenkender Faktor beim Skaten: Kollegen

Also trifft man sich dort, um dick eingepackt an seinen Flatskills zu feilen, alte Tricks mal wieder auszupacken und neue zu lernen. Man könnte den Winter für Streetskater durchaus als Jahreszeit des Flatskatens bezeichnen. Klar, es gibt ja auch noch sowas wie Skatehallen, aber die sind nunmal nicht für jeden unmittelbar verfügbar, kosten Eintritt und sind häufig richtig voll, was eine richtige Session nicht unbedingt fördert... Dann doch lieber mit den Buddies zusammen frieren und Fliptricks ballern.


Wirbelzwirbel: Fakie Frontside Bigspin Varial Heelflip a.k.a. Fakie Discoflip. Bei einer normalen Partie S-K-A-T-E könnte Basa ihn als gemeinen Finishing Move verwerten, aber er ist ja Kollege...

Irgendwann wird einem aber langweilig, da es schon ziemlich monoton sein kann sich nur mit der ebenen Fläche auseinanderzusetzten. Was nun? Ja klar, S-K-A-T-E zocken! Da kommt nochmal Motivation auf. Ein Spiel mit festen Regeln, bei dem es am Ende einen Gewinner gibt. Der Konkurenzgedanke erwacht: „Ich will gewinnen“. Man spielt dieses Spiel im Winter also bis zum Erbrechen. Schnell ist eine Kampfstrategie zurechtgelegt und man weiß genau welchen Move man gegen wen einsetzen muss um die besten Chancen auf Sieg zu haben. Unter Freunden gilt diese Art zu denken aber als extrem unhöflich. Wenn es also T - T steht packt man nicht den zu 99% sicheren „Finish- Him“- Killer aus, auch wenn man damit dann der Hahn im Stall wäre. Es ist ein unausgesprochenes Gesetz unter Gentle(wo)men.


Spielen wir 'ne Runde S-K-A-T-E? Ok, aber ohne Impossibles! Und ganz besonders ohne Frontfoot Impossibles wie hier von Dave...

S-K-A-T-E spielen macht auf jeden Fall einen Haufen Spaß, aber manchmal kommt man halt nicht in eine Session rein. Entweder dominiert jemand und beendet das Spiel bevor der andere überhaupt richtig zum Zug kommt oder man ist so im Battlemode, dass man Skaten nur noch wettkampftechnisch betrachtet. Der „Spaß“ liegt also darin, den/ die anderen zu besiegen... „Den anderen zu besiegen?“ „Besser sein?“ „Sich direkt messen?“ Das hört sich aber nicht nach der Grundidee des Skatens an... Miteinander, Session fahren. S-K-A-T-E behindert diese Punkte teilweise. „Was für ein Klugscheißer/ Hippie!“, denkt ihr jetzt vielleicht. „Das ist doch scheißegal“. Ich denke nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten zu spielen, warum muss es immer nur S-K-A-T-E sein? Wettkampf macht auch Spaß, aber bitte nicht immer nur so eindimensional denken. Immerhin gibt es schon genug „große“ Spiele in unserer Gesellschaft, die hauptsächlich auf dem Wettkampfgedanken beruhen. Gelegentlich sollte man sich schonmal fragen was ein Spiel eigentlich ausmacht.


Wird auch eher selten gemacht, und die allerwenigsten machen ihn so fett wie Holger: Kickflip Body Varial

Genug geheult! Es geht ja schließlich auch anders: Irgendwann war ich alleine rollen und mir kam die Idee einfach mal meine Flattricks zu zählen und zu gucken was eine realistische Einschätzung meines Repertoires ist. Mir fiel auf, dass egal wie viele Tricks ich gemacht hatte, mir immer wieder ein neuer einfiel. Ein paar Wochen später (nach einem S-K-A-T-E), schlug ich einem Kumpel von mir vor, dass wir einfach mal 100 verschiedene Moves probieren sollten. Er wusste sofort wie ich mir das vorgestellt hatte, aber war skeptisch ob es zu schaffen sei. Ich wusste natürlich schon, dass es locker klappt und konnte ihn überreden. Gesagt getan und nach ca. 30 Minuten waren hundert Tricks im Sack. Der 100er war geboren. Bestimmt ist irgendwann schonmal jemand auf diese eigentlich sehr einfache Idee gekommen, aber halt nicht in meinem Umfeld. Nun muss man ja nicht immer 100 Tricks machen und die Anzahl der Leute die mithelfen ist auch sehr variabel. Einfach zusammen ein Ziel setzten und dieses dann gemeinsam knacken ist die Grundidee.

Anleitung:

1. Mitspieler finden
2. Ziel festlegen
3. abwechselnd skaten
4. Zählen nicht vergessen (das ist das Schwierigste!)

Variationen: Man muss sich nicht immer einfach nur x verschiedene Tricks vornehmen, man kann auch sagen: „Wieviele Tricks in 20 Minuten?“, oder „50 Tricks, aber alle müssen den Trick stehen, damit er zählt“. Genauso muss es ja auch nicht immer Flat sein. Ein Curb oder eine Quarter freuen sich auch über zahlreiche Moves.

Der Gedanke dahinter ist nicht wie bei S-K-A-T-E einen Gewinner zu küren, sondern zusammen mehr zu schaffen als alleine. Das pusht einen auch und man neigt nicht dazu den Kollegen mit den komischen Dorktricks zu hassen, der immer gewinnen kann wenn er will. Man ist froh, dass er einem mal eben locker 20 verschiedene Boneless- und Sweepertricks aus dem Ärmel schüttelt. Das bringt einen selber dann auch eher auf neue Ideen, denn jeder noch so abstrakte Trick zählt. Egal ob perfekt ausgeführter hightech Fliptrick oder sketchy Dorkmove.


Gerde und ein Klassiker: 360° Kickflip

Hey, und so wie bei diesem Game ist es doch generell beim großen Spiel Skaten (oder im Leben): Es wächst als gesamtes Phänomen. Du als Einzelne/r gibst deinen Teil in den grossen Topf, aber es ist nicht nur in dir sondern auch in allen anderen. Jeder trägt nur ein kleines Stück mit sich rum und zusammen pusht man sich gegenseitig. Aber man sollte sich auch bewusst machen, dass es ohne den Einzelnen kein Ganzes gibt. Haha, „Du bist Skateboarding!“ Wenn dir jetzt der Battle fehlt, dann klau dem anderen doch einfach die Moves. „Ha der versucht nen sw fs flip, den schaff ich eher!“ Egal wie Ihr spielt, das Wichtigste ist, dass alle ihren Spaß haben und sich einbringen können.

P.S.: Flat ist unbestritten das Skateterrain von dem es am meisten gibt. Der Boden ist also der größte Spielplatz, den wir zur Verfügung haben. Er ist die Grundlage für jede Art von Skaten und für die meisten auch der Ort, an dem sie sich das erste mal auf so ein Holzbrett gestellt haben. Ein richtig guter Flatskater hat auch auf dem ranzigsten Boden einen guten Flow.
boardmag's 222 Tricks (6:01min, 15.8mb, mov/quicktime)
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