Band: THROWDOWN
Album: "Venom &
Tears"
Medium, Label: CD, Trustkill Records/SPV
Wer kennt sie
nicht? Throwdown halten die Musikwelt regelmäßig
mit Werken in Atem, die mit einer Wucht aus den Boxen donnern, dass
es eine wahre Freude ist. Hier der neueste, harte, metallische
Brocken der vier Amerikaner, der aber in eine andere Richtung geht.
Was ist denn da bitteschön los? Hab ich die falsche
Scheibe eingelegt oder was? Oder hören sich Throwdown
jetzt etwa wirklich wie Pantera an? Nach zweimaliger
Überprüfung der Aufschrift komme ich zu dem Ergebnis, dass
ich mir hier wohl wirklich das neue Throwdown-Album
einverleibe. Gleich zu Anfang ballert das Ding aus den Boxen wie ein
Maschinengewehr, das eine ganze Horde Bullen umzulegen versucht. Da
kriegt man ja echt mal noch Lust auf mehr, dann aber geht das
temporeiche Monstergedonner in eine groovigere Darbietung über,
bei der nicht nur Gesang, sondern auch die musikalische Inszenierung
absolut an Pantera erinnern. Die dicken, nackenbrecherischen
Moshparts werden hierbei regelmäßig von schnellen
Thrashpassagen abgelöst, die von metallischen Gitarren und
hartem Drumgeknüppel am Leben gehalten werden.
Witzig und erwähnenswert ist
außerdem, dass über die ganze Länge des kompletten
Albums immer wieder ein Sprecher eingebaut ist, der einfach nur
“Throwdown, Venom and Tears” sagt (was auf Dauer aber richtig
nervig wird). Keine Ahnung, was damit bezweckt werden soll,
vielleicht sollte das ja eine originelle Idee sein?! Wenn ich an
Alben wie “Haymaker” oder “You don’t have to be blood to be
family” denke, drücken sich bei mir automatisch dicke Tränen
aus den Augenwinkeln, denn das hier sind nicht mehr die Throwdown,
wie ich sie kennen und lieben gelernt habe. Klar, Bands entwickeln
sich weiter, aber warum um alles in der Welt haben sie Ihre
Weiterentwicklung nur darauf beschränkt, wie Pantera zu
klingen? Die Backgroundchöre verleihen der musikalischen
Darbietung eine noch geballtere Wirkung und die Stimme von Sänger
Dave Peters hat einen aggressiven, angepissten und rauhen Touch. Der
neue Gitarrist Mark Choiniere verläuft sich regelmässig in
seinen Gitarrensoli und versucht so, dem kommerziellen Rückgrat
der amerikanischen Metalszene (Metallica, Machine Head, Sepultura) zu
huldigen. Der Track “S.C.U.M.” versohlt einem dann mal wieder
prächtiger die Fresse und ansonsten bleibt nur zu sagen, dass
viele alte Freunde von Throwdown den deutlich kommerziellen
Touch dieses Werkes eher nicht befürworten werden. Klar ist es
hart, klar hat es Druck und sicher sind die Moshparts und Breakdowns
immernoch fett. Aber es sind eben nicht mehr Throwdown, da sie
irgendwie versuchen, Pantera zu sein.
FAZIT: Ich hatte
mich seit “Vendetta” auf dieses Werk gefreut und von ganzem
Herzen gehofft, dass das Pferd bei “Venom & Tears” wieder in
Richtung “Haymaker” galoppieren wird, aber diese Zeiten scheinen
wohl nun endgültig vorbei zu sein. Denn hier gibts 90er Jahre
Metal, der mit punkigen Rhythmen und hardcorelastigen Passagen
fusioniert wurde. Vielleicht muss man “Venom & Tears” ja
einfach nur oft genug hören, um sich mit der Mutation der Band
abzufinden? Findet es selber raus…
Holy Roller…what the
hell happened to Throwdown?
Links:
https://www.throwdowngo.com
https://www.trustkill.com/throwdown/venomtears
https://www.myspace.com/throwdown
https://www.trustkill.com