Quiksilver German Championships - der dritte Wettkampftag

  • Boardmag
  • 01.10.2008

Quiksilver German Championships in Seignosse/Frankreich – der dritte Wettkampftag

Und täglich grüßt das Murmeltier. Contestroutine stellt sich ein. Die Helfer finden ihren Weg durch die Dunkelheit und bauen mit gewohnten Handgriffen das Contestumfeld am Strand auf. Der Morgen bietet eine Mischung aus Sonne und Wolken, und viel wichtiger: der Onshorewind der vergangenen Nacht hat sich gelegt. Wieder blicken wir auf cleane, heute schulterhohe Wellen und damit gute Contestbedingungen.

Es wird an drei Podien gesurft, um Zeit aufzuholen und im Plan zu bleiben. Alle Klassen sind vertreten. Die Spannung steigt, da erstmals Favoriten aufeinander treffen und für andere das Aus in der Hoffnungsrunde bevor steht. Dies spiegelt sich auch in den Heats wider. Intensität und Niveau sind hoch und es wird um jeden Punkt erbarmungslos gekämpft. Siegestaumel und Enttäuschung gehen Hand in Hand und hängen häufig nur von der richtigen Welle ab. Es gibt erste Diskussionen um Punkte und Wertungen, womit der Druck auf die Judges steigt. Wettkampffieber pur!

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Nicolau von Rupp

Alle Klassen sind heiß umkämpft. Sowohl in den Haupt- als auch in den Hoffnungsrunden wird gnadenlos gerippt. Das Feld wird zunehmend enger und die Luft in der Contestzone ist wie elektrisiert. Es geht nicht mehr nur um den Spaß im Wasser sondern zunehmend mehr um Platzierungen.

Bei den Frauen stehen die Teilnehmer des Finals in der Longboardklasse fest: Carla Twelkemeier, Birgit Koch, sowie Sonja und Janni Hönscheid sind qualifiziert und kämpfen um die Krone und den Fahrschein zu den World Surfing Games in Portugal mit dem DWV Nationalteam in zehn Tagen.

Ab 12 Uhr nimmt die Qualität der Wellen ab und es wird ein Podium geschlossen. Die erschwerten Bedingungen treffen besonders die Senioren- und Masterclass. Die alten Hasen haben auf verschiedene Strategien gesetzt. Es werden kurze und lange Bretter in einem Lauf gesurft. Hohe Anforderungen an die Judges und Stoff für Diskussion am Strand und zwischen den Teilnehmern.

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Grommets und Junioren holen aus den kleinen Wellen alles heraus, wobei Nicolau von Rupp die Standards für alle Klassen setzt! Obwohl er den ersten Wettkampftag verpasst hatte, setzt er sich Runde um Runde in der Open-, Longboard- und Juniorenklasse durch. Nun stehen auch bei den Grommets die Endläufe fest; in der Klasse der U16 kämpfen Felix Körner, Moritz Ott, Jodie de Armas Tracy und Lucas Kreis um den Titel und das Ticket zu den Euro Surfinggames in Marokko.

Am frühen Nachmittag folgt die zweite Hauptrunde der Openclass. In Heat 28 treffen Georg Siebel und Thomas Lange aufeinander. Beide überzeugen, aber der „Altmeister“ Thomas nutzt seine Erfahrung und erwischt die besseren Wellen. So entscheidet er dieses erste Aufeinandertreffen klar für sich. Überhaupt scheint eine gute Wellenauswahl heute der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Dies gelingt nicht immer. Dieter Kuhn beispielsweise hat in seinem Heat wenig Glück und zeigt deutlich, wie unzufrieden er ist, obwohl er es letztendlich eine Runde weiter schafft. Nach erfolgreichem Abschneiden in den Frauenklassen setzt sich Sonja Hönscheid auch in der von Männern dominierten Openclass durch.

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Dann mal ran an die Buletten...

Gegen 18.00 Uhr geht ein langer Contesttag zu Ende. Die angespannte Wettkampfstimmung weicht einer relaxten After-Surf-Atmosphäre am Strand und in der Appartmentanlage.
Im Tagesverlauf noch Kontrahenten sitzen die Surfbuddies gemütlich zusammen und genießen ein wohlverdientes Kaltgetränk nach einem ereignisreichen, anstrengenden Tag. Die Sonne verabschiedet sich und lässt uns mit der Frage zurück, ob dieser Wettkampftag noch zu toppen ist. Vor der Nachtruhe erwartet uns noch das inspirierende Surffilmfestival und somit Stoff für schöne Träume und die Erwartungen für den nächsten Morgen…

Pics by Hannibal